Montag, 16. Februar 2009

Blutgruppen - Bedeutung im Westen

In einer dunklen Höhle namens El Sidron im nordspanischen Asturien fanden Forscher die versteinerten Skelette von zwei Männern, die vor 43.000 Jahren lebten. 250.000 Jahre beherrschten die Neandertaler Europa. Sie überstanden drei Eiszeiten, bis sie vor 30.000 Jahren von der Erde verschwanden. Diese Neandertaler gaben den Wissenschaftlern ein in ihren Genen verborgenes Geheimnis preis: Sie hatten die Blutgruppe 0 – genauso wie viele moderne Menschen von heute.

Für uns „Westler“ ist die Blutgruppe nur wichtig bei einer eventuellen Blutübertragung. Somit sollte bei einem Blutspendetermin unbedingt diese Information in den Blutpaß eingetragen werden. Allerdings wird vor einer Blutübertragung immer noch eine sogenannte Kreuzprobe gemacht, um zu überprüfen, ob die Blutqualitäten sich untereinander vertragen oder ob es zu gravierenden Nebenwirkungen kommen kann: Erhält beispielsweise der Träger der Blutgruppe B eine Transfusion mit Blut der Gruppe A, so bewirken die auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befindlichen Antigene der Gruppe B bei dieser eine Blutverklumpung (Agglutination), da sich die Antikörper gegen die Oberflächenmoleküle des Spenderblutes der Gruppe A wenden. Es kommt zu Immunreaktionen, die bis zum Kreislaufkollaps führen können. Nur die Blutgruppe AB besitzt keinerlei Antigene. Neben der Blutgruppe ist auch der sogenannte Resusfaktor (pos./neg.) wichtig.

Am 14.11.1901 veröffentlichte der österreichische Bakteriologe Karl Landsteiner erstmals seine Entdeckung über die unterschiedlichen Blutgruppen in einer Fachzeitschrift und gilt damit als deren Entdecker. Gemeinsam entdeckten Karl Landsteiner und Alexander Salomon Wiener 1937 das Rhesussystem. Eine Bezeichnung einer genauen Blutgruppe wäre somit: Blutgruppe A rh pos, Blutgruppe 0 rh neg, …

Die Entdeckung dieser Unterscheidungsmerkmale im Blut sind also erst seit ca. 100 Jahren bekannt. Sie wurden in einer Zeit getätigt, als man den „Menschen“ nach äußeren Merkmalen zu klassifizieren versuchte. So wurden ganze Mengschengruppen und z.B. deren Intelligenz nach Kopfgröße, Nasengröße etc. eingeteilt. (vg. Drittel Reich und deren Einteilung der Menschen). Was liegt also näher, als das System der Einteilung von Chraktereigenschaften auf so essentielle Bestandteile wie die Blutgruppen anzuwenden. (vgl. Blutgruppen und Charakteranalyse in Japan)


Falls man eine seltene Blutgruppe (AB) haben sollte, so wäre es gut sich in einem Register für mögliche Blutspender bzw. Knochenmarkspender eintragen zu lassen (Bsp.: gültig für die Schweiz), damit man im Notfall auf dieses Reservoir zurückgreifen kann. Der Normalfall ist A bzw. 0. Dann kommt B und am seltesten ist AB. Allerdings sind diese Werte je nach den einzelnen Ländern unterschiedlich verteilt. Die Tendenz bleibt jedoch erhalten. Als „Universalspender“ gilt der Typ 0, da er sich am besten mit allen andern Blutgruppen verträgt. Als weiters Unterscheidungssystem wird heute auch noch das Kell-System herangezogen. Über die eigentliche Vererbung ist man sich aber noch nicht ganz im klaren.

Vor großen eigenen Operationen kann man heute auch „Eigenblutspenden“ anlegen und einlagern lassen. Man ist dadurch blutmäßig autarkt und kann somit auf fremdes Blut verzichten. Viele Patienten tun dies mittlerweile, wenn sie eine Operation längerfristig planen können.

Video 1: Erster Blutwerte erhält man direkt beim Spenden ....
Teil 1

Video 2: weiter dann im Labor.

Teil 2

Der genaue Weg wird hier auf den beiden Videos sehr gut dokumentiert.



In Schweden werden seit 1975 Blutproben von jedem Staatsbürger eingelagert. Bei jedem Säugling wird mit einem kleinen Stich in die Ferse eine Blutprobe entnommen und sie wird im PKU-Register (eine staatliche Biobank) eingelagert. Dort wird die Probe auf Krankheiten hin untersucht, deren Symptome erst in einem späteren Lebensalter sichtbar werden könnten. Die Probe wird gelagert und darf für Forschungszwecke - und ausschließlich für Forschungszwecke - verwendet werden.

Positiver Aspekt: Man kann Krankheitsforschung betreiben und sogar Verbrecher ausfindig machen. Der letzte öffentlich bekannt gewordene Fall stand im Zusammenhang mit der Suche nach dem Mörder der Außenministerin Anna Lindh 2003. Damals war im PKU-Register tatsächlich das letzte Puzzleteil gefunden worden, um den Mörder zu überführen.

Negativer Aspekt: Man könnte „vorausschauende“ Selektion betreiben und mögliche „unwirtschafltiche“ Angestellte schon im Vorfeld „aussortieren“. Man kennt dies ja bereits heute: junge Frauen werden seltener eingestellt, weil sie ja schwanger werden könnten.

Auch in Deutschland kann man die Nabelschnurblut einfrieren lassen. Ob dies nur ein „Geschäftsmodell“ ist oder auch einen wirklichen Nutzen für den Patienten hat, wird die Zukunft zeigen. Die Möglichkeiten der Nutzung dieser Zellen steigt stetig und somit auch die Möglichkeit positiv auf Krankheiten (Hirnschaden, Diabetes, Leukämie…) reagieren zu können. Ob irgendwann die Kassen mitspielen? Wer weiß.


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