Dienstag, 7. Juli 2009

Hilfe bei Neurodermitis

Neurodermitis ist chronische, nicht ansteckende Erkrankung, die sich durch rote und schuppende Hautveränderung zu erkennen gibt. Vielfach sind diese Areale mit starkem Juckreiz verbunden, der den Betroffenen zu starkem Kratzen veranlaßt.

Die Neurodermitis gehört zu den atopischen Ekzemen. Atopisch bedeutet "ortlosigkeit", "nicht zuzuordnen". Man kennt nicht die genaue Ursache für diese Erkrankung. Alle Behandlungen der Neurodermitis sind somit Symptombekämfungen. Weitere Bezeichnungen sind: atopische Dermatitis, endogenes Ekzem, chronisch konstitutionelles Ekzem, Asthmaekzem oder Prurigo Besnier.

Die Neurodermitis Behandlung zielt darauf ab auslösende Stoffe aus dem Leben der Betroffenen zu entfernen, so daß ein Ausschlag nicht mehr auftreten kann. Vielfach werden auch cortisonhaltige Salben verwendet, die bedingt durch das Cortison, die lokale Entsündung unterdrückt. Allerdings hat Cortison bei längerem Gebrauch eine negative Eigenschaft, daß das Cortison die Haut verändert. Sie wird dünner und brüchiger. Sie vermittelt einem das Gefühl als wenn man Papier berühren würde.


Aus dem Leben der Betroffenen werden auch eine Vielzahl von Lebensmitteln ausgeschlossen: Milchprodukte, Eier, Äpfel etc. Auch mechanische Reize auf der Haut können ein auslösender Faktor sein (z.b. Wollen, spezielle Angorawolle). Aus diesem Grund gibt es genügen Neurodermitis Bekleidung zu kaufen. Ich selber habe in meiner Kindheit mich entsprechend bekleidet. Mittlerweile kann ich allerdings wieder alles anziehen.

Ein Faktor, der besonders im Sommer nicht zu vermeiden ist, ist das Schwitzen. Die besonders betroffenen Gebiete (der neurodermitischen Reaktion darauf!) sind die Ellbeugen und die Kniekehlen. Und dies macht den Betroffenen schwer zu schaffen.

Was hilft nun gegen Neurodermitis?
- Vermeidung der auslösenden Faktoren. Das macht das Leben aber nicht immer lebenswerter für die Betroffenen. Längerfristig kann dies nur als Notlösung für den Betroffenen angesehen werden.

- Vermeidung von Schweiß. Dies kann evtl. mittels Deoroller bewerkstelligt werden. Allerdings muß vorher auf eine Verträglichkeit getestet werden. Oder ein "Abwischen von Schweiß" durch längere Aufenthalte im Wasser (Badewanne, See, Freibad...). Die Badezeiten sollten länger als 10 bis 20 Minuten dauern, so daß der Schweiß und somit auch die Ausscheidungsprodukte gut aus der haut entfernt werden. Bei mir hat eine Badezeit von 20 Minute eine juckfreie Zeit von 4 Stunden erbracht.

-Veränderung der Ernährung. Hier sollte nicht so sehr das Weglassen der Nahrungsmittel im Vordergrund stehen, sondern eine Umstellung im Ganzen. Der Körper neigt zu einer generellen Übersäuerung, die nicht (mehr) über die Nieren ausgeschieden werden können.


Nutzen Sie den Sommer für eine pH-Umstellung des Körpers, indem Sie sehr viel Obst und Gemüse essen. Es gibt Lebensmittel, die dem Körper Säuren zuführen: Fleisch, Mehl, Teigwaren und Körnerfrüchte (außer Sojaprodukte). Basische Lebensmittel sind alle Gemüsesorten, Kartoffeln und Wurzelgemüse, sowie alle Obstsorten (sofern sie reif sind). Ein sehr großer Basenliferant ist z.B. die Gurke.

Machen Sie doch mal ein Experiment: Schneiden Sie eine Kartoffel in der Mitte durch und bestreichen Sie mit der Schnittfläche einen Hautbereich (z.B. rechter Unterarm). Wiederholen Sie dies einige Male und auch einige Tage lang. Dann vergleichen Sie diese Hautstelle mit dem linken Unterarm. Der Hautbereich auf dem rechten Unterarm wird sich verändert haben. Er wird glatter und weicher werden.

Halten Sie die veränderte Ernährung längere Zeit bei (mehrer Wochen) und der Körper wird sich verändern. Er wird an Gewicht verlieren und die Haut wird weicher und glatter werden. Sie wird sich auch fettiger anfühlen. Die Haut wird sich wieder zum Normbereich hin entwickeln.

Darf ich nun nur noch Obst essen? Nein. Es sollte aber anfangs als "Anschub" dienen. Es darf in dieser Zeit auch normal gegessen werden. Man muß in keinster Weise hungern. Ich selber habe immer ein normales Frühstück zu mir genommen, auch mit Kaffee. Nach einer Zeit wird dann der Körper schon sagen, was er haben möchte. Gehen Sie in den Supermarkt oder auf den Wochenmarkt und fragen Sie ihren Körper: worauf hast du Lust. Möchtest du "Kuchen", "Fleisch", "Obst", "Gemüse"... Und wenn ja, welches? Es gab Tage, da mußte ich umbedingt Pfirsiche essen, an anderen Tagen waren es Honigmelonen, und an weiteren Tagen waren es Zucchini.

Wenn man gelernt hat, wieder auf seinen Körper zu hören, dann wird dies ein interessantes Spiel. Probieren Sie es ruhig mal aus.

1 Kommentar:

thomas hat gesagt…

Der Gedanke mit "auf den Körper hören" ist ja eigentlich richtig, funktioniert aber leider nicht bei allen ND-Patienten. Viele haben ja auch Appetit auf Lebensmittel, die sie eher meiden sollten. Am schlimmsten ist es bei der Einnahme von Kortison in Tablettenform...da will man ja wirklich alles essen. War zumindest bei mir so und ich denke, viele Betroffene haben ähnliche Erfahrungen gemacht.

Weitere hilfreiche Infomationen für Neurodermitiker gibt es hier: http://www.leben-mit-neurodermitis.de

 
Benutzerdefinierte Suche